Ein Besuch an der Côte d’Azur, der azurblauen Küste, ist bekanntermaßen lohnend. Umso merkwürdiger, dass ich dort noch nie war. Halt, das stimmt nicht ganz, als Kind war ich mal in Saint-Tropez, aber das ist bereits mehrere Jahrzehnte her. Meine Erinnerungen daran sind ziemlich verblasst. Deshalb erscheint hier ein kleiner Reisebericht in zwei Teilen, mit, wie sollte das auch anders sein, kulinarischen Tipps.
Starten möchte ich in Nizza, denn hier lag mein Hotel und von dort habe ich mehrere Ausflüge gemacht. Das geht schnell und bequem mit den Regionalzügen – die Preise sind, im Vergleich zu Deutschland, sehr fair. Aber auch das Schienennetz der Tram und die vielen Buslinien sind in Nizza überaus hilfreich, falls man nicht alles zu Fuß gehen mag.
Natürlich „muss“ man in Nizza den berühmten Salade niçoise probieren (siehe Foto). Und da fängt die Herausforderung an: Die Zutaten sind nämlich nicht genau festgelegt! In meinem fehlten grüne Bohnen und Kartoffelscheiben, allerdings hatte ich zusätzlich Paprika, Artischocken und diverse Blattsalate auf dem Teller. Unabdingbar sind hartgekochte Eier, Thunfisch und dunkle Oliven. Die Sardellen sind nicht immer dabei, machen den Salat aber pikanter, vor allem salziger, und betonen den Fischgeschmack. Die Oliven aus der Gegend um Nizza sind kleiner und meist nicht schwarz gefärbt, sie sind sehr aromatisch – Achtung Kerne! Dazu gabs frisches Brot. Vor allem war das Ambiente sensationell, denn ich saß nur wenige Meter vom Hafenbecken entfernt und die Madame des Hauses war als Bedienung überaus sympathisch und witzig.
Eine Art Nizza-Salat gibt’s aber auch auf einem Sandwich, gemeint ist hier das beliebte Ban bagnat, welches ich erst kürzlich in der Arte-Sendung „Küchen der Welt“ kennenlernte. Im Grunde werden dabei die bewährten Zutaten auf einem größeren, runden Weizenbrötchen präsentiert. Mayonnaise, Butter oder Dressings sind verpönt, es darf nur Olivenöl als Fett verwendet werden. Die lokalen Öle sind, wenn sie von hoher Qualität sind, besonders mild und fruchtig. In Südfrankreich kocht man in erster Linie mit Olivenöl, im Norden des Landes hingegen vorrangig mit Butter. Die Franzosen sind sich in diesem wichtigen Punkt uneinig. Ich hingegen finde beides gut und schmackhaft!