Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne nach Hamburg fahre. Vielleicht ist das sogar die schönste deutsche Großstadt für mich: es gibt spannende Architektur, Kultur, leckeres Essen und natürlich viel Wasser! Und außerdem leben dort gute Freunde von mir – dadurch nehme ich die Stadt deutlich anders wahr, nicht bloß als Tourist.
Diesmal ging es in den Stadtpark, u.a. ins Planetarium, zu einer eindrucksvollen Planenten-Show. Man liegt dort sehr entspannt auf seinem Sitz und döst zu den Klängen und Bildern des Weltalls sanft dahin; danach kann man auf der Aussichtsplattform wieder frische Luft tanken und den Blick über Hamburg genießen.
Interessant war auch, dass ich im Park einen Brunnen entdeckt habe, der mit schönen Pinguin-Figuren des Bildhauers August Gaul gestaltet war. Der Künstler wurde, so wie ich, in Hanau geboren und ist besonders für seine Tiere aus Bronze bekannt (leider stehen auf dem Brunnen heute nur noch Repliken).
Zur Stärkung gab es in einem lauschigen Biergarten Fish & Chips mit Remoulade und ein dänisches Flaschenbier. Apropos Fisch, gerne wollte ich mal wieder eine gebratene Scholle Finkenwerder Art essen. Die gabs dann endlich am letzten Abend mit sahnigem Gurkensalat, Speckwürfeln und Bratkartoffeln. Meine Begleiter amüsierten sich über diesen mehrmals geäußerten Speisewunsch, denn er war in der Tat ziemlich touristisch.
Ein Abend war ich im Ballett. Ich habe mir „Romeo und Julia“ in der Choreografie von Altmeister John Neumeier angeschaut. Das Opernhaus stammt aus den 50er-Jahren und ist sehenswert, die Inszenierung war allerdings von 1974 und wirkte leicht angestaubt, jedoch konnte mich die Musik von Sergej Prokofjew mit dem Staatsorchester durchaus überzeugen.
Und natürlich darf für mich in Hamburg kein Besuch im Café Gnosa (Stadtteil Sankt Georg) fehlen. Das traditionelle Kaffeehaus existiert seit 1939 und ist Treffpunkt der queeren Community und zugleich Wohnzimmer für Hamburg-Fans. Hier gibt es sehr gute Kuchen und Torten aus eigener Konditorei – Achtung: große Stücke. Mich überzeugte diesmal ein Aprikosen-Nuss-Kuchen sowie die Lübecker Marzipantorte (links im Bild). Aber Vorsicht: Das Abendessen sollte danach kleiner ausfallen!
Café Gnosa (Instagram)
