23. Juni 2024

Dr. Höhl's

Heute starte ich mein neues Format Vier Fragen an … 

Den Anfang macht Dr. Johanna Höhl-Müller, Apfel-Enthusiastin und Geschäftsführerin (hier beim gestrigen Hoffest in Feierlaune).

Ben: Der Apfel und die Familie Höhl. Wie kam es eigentlich zu dieser Symbiose?

JH: Das hat alles schon lange vor unserer Zeit begonnen. Bereits 1779 fing einer meiner Ur-Urgroßväter damit an, in seiner Gastwirtschaft Äppelwoi zu keltern. Und diese Stöffchen waren wohl gut, die er da gemacht hat (lacht). Die Frankfurter kamen schon bald mit ihren Pferdekarren und großen Glasflaschen nach Hochstadt, und so konnte sich unser Apfelwein immer mehr durchsetzen. Ich bin jetzt die 8. Generation, meine Kinder die 9.

Ben: Was ist das Besondere am Standort Hochstadt?

JH: Für uns ist es die Historie. Wir habe damals in Hochstadt angefangen und sind bis heute hiergeblieben. Es gibt ideale Voraussetzungen, wir haben die Streuobstwiesen um uns herum und die sind ja bekanntlich ein Hessisches Kulturgut. Von dort kamen und kommen für unseren Essig die Äpfel ohne Dünger oder Spritzmittel direkt in die Presse, in Bio-Qualität, das nannte man früher noch gar nicht so.

Ben: Wieso wurde denn Apfelwein in Deutschland nie so populär wie Bier?

JH: Das kann ich Ihnen sagen, weil er einfach speziell schmeckt! Und außerdem brauchten die Hessen wohl etwas, das sie eher munter macht, säuerlich ist, bedingt durch das etwas drückende Klima hier; Bier hätte sie vermutlich viel zu müde gemacht (lacht). Die lokalen Keltereien waren zudem als Familienbetriebe nie so stark wie die großen Brauereien.

Ben: Nun also Apfelessig! Wie kam es dazu?

JH: Der Apfelessig war für mich schon immer eine Herzensangelegenheit. Mein Vater hatte bereits 1962 damit angefangen. In den Essig kamen bei ihm nur die besten Äpfel. Er interessierte sich schon damals sehr für dieses alte Naturheilmittel. Und wir, meine Kinder und ich, haben uns dann vor einigen Jahren auf dieses Produkt konzentriert. Mittlerweile bieten wir verschiedene Varianten an, u.a. gemischt mit Bio-Honig. Der eignet sich zum Beispiel fantastisch für Dressings oder Marinaden und schmeckt ganz vorzüglich.

Ben: Herzlichen Dank für diese spannenden Einblicke!

Dr. Höhl’s