Die schottische Hauptstadt ist einfach eine Reise wert. Ich war zum Glück schon mehrmals dort und genieße immer wieder die einzigartige Atmosphäre aus mittelalterlicher Altstadt und klassizistischer Neustadt. Die kleine Metropole (gut 500.000 Einwohner) ist sehr vielseitig und bietet starke Kontraste für Jung und Alt, z.B. Highland-Feeling beim Erklimmen des nahegelegenen Arthur’s Seat, ein Museum für die berühmtesten Poeten der Stadt, und davon gib es einige, oder die Besichtigung der schottischen Kronjuwelen im trutzigen Edinburgh Castle.
Auch auf den Spuren von Joanne K. Rowling kann man durch die Stadt wandeln. Die Schöpferin von Harry Potter ließ sich Mitte der neunziger Jahre von vielen Orten inspirieren, u.a. vom Friedhof Greyfriars Kirkyard, auf dessen Grabsteinen man sogar Namen ihrer berühmten Helden finden kann. Gleich dort in der Nähe befindet sich das Café „The Elephant House“, das mit Rowlings Ruhm plakativ wirbt, da sie hier ab und zu saß und schrieb. Der Charme dieses Ortes ist leider – nach einem großen Brand – etwas verschwunden, aber der Blick auf die Burg ist nach wie vor magisch (siehe Foto).
Eine heimelige Pause kann man hingegen bei „Clarinda’s Tearoom“ einlegen. Der kleine Teesalon befindet sich ganz in der Nähe von „Holyroodhouse Palace“, dem offiziellen Sitz des Königs, wenn er in Schottland weilt – nicht zu verwechseln mit dem Privatschloss der Windsors „Balmoral“, das viel nördlicher liegt. Bei Clarinda wird alles selbstgebacken, mit viel Liebe, das sieht und schmeckt man – dazu gibt’s natürlich Tee, in kunterbunten Sammeltassen. Einige herzhafte Snacks, wie Suppen oder gegrillte Sandwiches, ergänzen das Angebot.
Edinburgh liegt in unmittelbarer Nähe zum Meer, das vergisst man manchmal, und deshalb kann man hier ganz vorzüglich Fisch speisen, nicht nur die sehr populären und etwas profanen „Fisch & Chips“, die in jedem Pub auf der Karte stehen. Diesmal entschied ich mich für ein vom Inhaber geführtes Restaurant in der New Town: „Fischers in the City“. Hier genoss ich, nach einer vorzüglichen Fischsuppe im schottischen Stil (sehr cremig, hell, mit Räucherfisch), ein Hauptgericht von allerbester Qualität: Handgetauchte Jakobsmuscheln von den Orkney-Inseln (hoch im Norden) mit einem halben Hummer; dazu kamen Kräuter-Buttersoße, rustikale Pommes (die hier ja „Chips“ heißen) sowie knackiger Rucola-Salat. Das war outstanding!
