Die Schweiz, unser Nachbarland, ist ja bekanntlich sehr schön. Da ich einige Jahre nicht mehr dort war, wollte ich unbedingt erneut die malerischen Landschaften und das gute Essen erleben. Also fragte ich einen Freund, der in der Nähe von Bern wohnt, und es ergab sich eine kleine Rundreise. Sobald man den anfänglichen Schock über die hohen Preise überwunden hat, kann man sich aber vollkommen auf das Land einlassen und genießen. Die Preise in Frankfurt am Main sind bekanntlich nicht günstig, aber in der Schweiz heißt es schlichtweg „mal zwei“ – im Grunde ist alles doppelt so teuer. Das gilt vor allem für die Gastronomie – interessanterweise war das Benzin aber günstiger. Wer also sparen möchte, fährt dort besser nicht hin, aber dann verpasst man auf jeden Fall dieses großartige Land!
Das Wetter war sommerlich und warm. Es ging von einem Ort in der Nähe von Gstaad nach Montreux und Lausanne am Genfersee, und nach Neuchâtel am Neuenburgersee. Außerdem gab es einen Abstecher zum Wasserfall „Geltenschuss“ sowie in das höhergelegene Zermatt, das vor allem für seine Aussicht auf das imposante Matterhorn und als exklusiver Skiort bekannt ist. An den Seen hat man zum Teil schon fast mediterranes Flair, mir gefielen die Promenaden mit den ehrwürdigen Grandhotels und das tiefblaue Wasser, das im Hintergrund von Bergketten eingesäumt wird.
Ein Stück Rüeblitorte (Karottenkuchen) durfte natürlich nicht fehlen. Kurioserweise kaufte ich das abgepackt bei der bekannten Supermarktkette „Migros“ und genoss es auf einer Bank. Beim Bäcker hatte ich keines gefunden. Der Teig war saftig und der Preis moderat.
In Lausanne gab es einen sehr französischen Abstecher in eine elegante Brasserie, die sich im Hotel Lausanne Palace befindet. Stilecht konnte man hier Fischsuppe – angelehnt an eine Bouillabaisse – genießen, die mit Röstbrot, Rouille (Knoblauch-Mayonnaise mit Safran) sowie geriebenem Gruyère serviert wurde.
Deutlich rustikaler gings in Zermatt zu: Passend zum Wetter – hier war es bewölkt und deutlich kühler als an den anderen Orten – gab es ein Raclette Menü. In dem gemütlichen Restaurant „Swiss Chalet“ kam Bündnerfleisch (luftgetrocknetes Rindfleisch) mit Butter und Brot als Vorspeise. Dann folgte Raclette-Käse zum Schmelzen mit kleinen Pellkartoffeln und Mixed Pickles. In dem urigen Lokal genossen die meisten Gäste Raclette oder Fondue. Willkommen in der Schweiz! Dazu passt gut Fendant (Weißwein). Den Abschluss bildete ein fruchtiges Birnensorbet mit Williams-Brand – stimmige Kombi!
Am letzten Tag, kurz vor meiner Heimfahrt, gab es in einer kleinen Gelateria in Olten noch ein hausgemachtes Eis. Der Laden nennt sich „Kalte Lust“ und auf seiner Visitenkarte steht „Leck mich doch“ – provokant und witzig, auch das ist die Schweiz.
