Schwedische Restaurants gibt es hierzulande nicht sehr oft, daher ist diese Lokalität eine besondere Empfehlung. Die große Möbelhauskette wurde an dieser Stelle nicht einbezogen; deren Küche ist zwar schmackhaft, besteht aber größtenteils aus Convenience-Produkten und stellt für mich kein richtiges Restaurant dar. In Marburg gibt es, am malerischen Marktplatz der Oberstadt, das „Edlunds“, welches mit schwedischer Küche, viel Holz und Bullerbü-Romantik (im kuscheligen Innenraum) aufwartet. Gastgeber Thomas Edlund kommt aus Schweden und serviert hier schon fast 20 Jahre Gerichte aus seiner Heimat. Das Konzept scheint aufzugehen.
An diesem späten Nachmittag wollte ich keine große Mahlzeit, da ich im Anschluss noch ein Konzert vorhatte, und so bestellte ich mir drei verschiedene Vorspeisen-Schälchen – aus der großen Wahlmöglichkeit. Die freundliche Bedienung empfahl mir Inkokt lax (schwedischen Lachs, gedünstet), dazu nahm ich Skagenröra (Garnelencocktail) und Köttbullar, jene beliebten Fleischbällchen, die durch das besagte Möbelhaus auch bei uns zum Kultgericht avancierten. Halt, stop – ich bestelle noch mal um, auf Nachfrage bestätigte mir die Kellnerin nämlich, dass es heute Elchfleisch gäbe. Davon hatte ich auf Instagram gelesen, allerdings wurde es auf der Karte – bei den Vorspeisen – nicht erwähnt. „Ist ein Geheimtipp, aber wir haben welches!“ Die drei (nicht zu kleinen) Portionen waren schön angerichtet – auf einer Schieferplatte, stilecht mit Knäckebrot. Es schmeckte alles sehr gut. Der Elch erinnerte leicht an Roastbeef, war aber als Wildfleisch fester und dafür erstaunlich mild, beinahe nussig. Zum Abschluss trank ich nur einen Espresso, obwohl Waffeln, Eisbecher und Desserts auf der Karte standen. Aber heute gings um einen Snack! Witzig: Auf den WC-Türen hängen Porträts von Königin Silvia und ihrem Mann Carl Custaf.
Essen: 5 | Service: 5 | Ambiente: 4 (maximale Bewertung: 5 Sterne)